Auf dieser Seite erscheinen Artikel mit Tipps für Eltern rund um das Thema Sprache.
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Von der Lust sich mitzuteilen

Kinder haben von Geburt an das Bedürfnis nach Beziehung und Kontakt mit anderen. Besonders in der Kinderkrippe und im Kindergarten eröffnen sich viele Möglichkeiten, sich auszudrücken und mitzuteilen.


Von Maria Wildt
Kindergartenpädagogin


Selbstverständliche Sprechanlässe und Möglichkeiten neue Worte zu erwerben gibt es viele: In Form von Rollenspielen (z. B. Kaufladen, Puppenspiel, Bauernhofspiel), beim gemeinsamen Bauen, im Miteinander-Staunen, Ausprobieren, beim Zubereiten von Jausen oder bei alltäglichen Verrichtungen. Gruppen, in denen Kinder unterschiedlichen Alters mit verschiedenen Fähigkeiten und Interessen miteinander in Kontakt sind, beinhalten reichhaltige Angebote Neues zu lernen.

Die Freude, Erlebtes zu erzählen
Bei Kindern, die beim Eintritt in die Kindergruppe noch wenig sprechen, kann die Lust sich mitzuteilen, hilfreich sein, die Sprachentwicklung anzuregen. Die Freude der Kinder einander von Erlebnissen zu erzählen ist in Kindergruppen groß. Erlebtes zu erzählen ist eine gesprochene Form von später in der Schule geschriebenen Erlebnisaufsätzen. 

Voneinander lernen
Kinder, die Unsicherheiten in ihrer Sprachentwicklung aufweisen, können teilweise voneinander lernen. Sie greifen manchmal stärker auf Gestik und Mimik zurück, um sich mitzuteilen und werden meist von gleichaltrigen Kindern gut verstanden - vorausgesetzt in der Gruppe wird ein positives Miteinander gelebt! Die Kinder sollen erfahren können, dass jedes seine besonderen Stärken einbringen kann und dass man sich auch einmal irren darf. Damit erleben Kinder, dass es normal ist, etwas noch nicht so gut zu können – und gleichzeitig die Chance haben, es zu lernen.

Spielerisch anwenden und vertiefen
Logopädische Therapie und das Miteinander-Sprechen in Familie und Kindergruppen ergänzen einander. In der Therapie Erworbenes kann in Kindergruppen im Alltag umgesetzt, spielerisch angewandt und vertieft werden. Manchmal ist aber Geduld erforderlich, bis Kinder die Fähigkeit, die sie bei der Logopädin schon erlernt haben, auch in der Alltagssprache anwenden können.

Mensch ärgert sich ja doch - soll ich mein Kind im Spiel gewinnen lassen?

Kinder wollen sich im Spiel messen, sie wollen als Sieger hervorgehen. Aber manchmal müssen sie auch die Erfahrung machen, wie es sich anfühlt, Verlierer zu sein.

 

Von Ilona Vergeiner

 

Logopädie ist nicht nur üben, sondern auch mit dem Kind spielen. Sehr viele Spiele im Kindergartenalter sind Spiele, bei denen es Gewinner und ergo dessen auch Verlierer gibt.

 

Verlieren muss gelernt sein

Aber das Verlieren ist schmerzhaft und muss gelernt werden. Verlieren bedeutet Schwäche zeigen zu müssen. Wer tut das schon gern? Kinder spielen ja mit viel höherem Engagement als wir Erwachsenen. Spielen fördert die Sozialkompetenz - das Kind muss sich auf vereinbarte Regeln einlassen. Das ist keine natürliche Begabung, sondern eine Übungssache.

 

Manchmal schon, aber nicht immer

Da stellt sich die Frage: Soll ich das Kind gewinnen lassen? Manchmal schon, aber nicht immer. Es muss auch diese Verlier-Erfahrung machen, damit es lernt, Wut und Frustration auszuhalten. Es muss diese Erfahrung aber nicht immer machen. Weil Kinder nicht immer stark genug sind, solche Gefühle auszuhalten. 

 

Wenn das Kind eine Pechsträhne hat …

Das müssen wir Erwachsene abschätzen. Wenn das Kind eine Pechsträhne hat, oder auch sonst sich in einer schwierigen Phase befindet, kann man schon die ein oder andere Chance übersehen. Man könnte auch die Spielregeln ein wenig -zugunsten des Kindes - ändern. 

 

Im Spiel lernen Kinder Realität

Kinder immer gewinnen zu lassen ist vielleicht der einfachste, aber sicher nicht der beste Weg. Kinder merken das und sind schnell gelangweilt und frustriert, sie werden bald das Gefühl bekommen nicht ernst genommen zu werden.

Im Spiel lernen Kinder Realität. Manchmal gewinnt man, manchmal verliert man. Wenn wir es schaffen, dass unsere Kinder diese Lektion über den Weg des Spiels lernen, haben wir unsere Sache gut gemacht.

 
In diesem Sinne - auf die Plätze - fertig - immer besser verlieren können.

Spielend.sprechen - wie Rollenspiele die Sprachentwicklung fördern

Es gibt für Kinder nichts Spannenderes als zur Verkäuferin, zum Arzt, zur Lehrerin oder zum Koch zu werden. Sie lieben es, Themen aus dem Alltag zu spielen, die sie beobachtet haben, um dann die Perspektive zu wechseln.

Von Ilona Vergeiner

 

Solche Spiele funktionieren nur mit Sprache. Sie machen nur Spaß, wenn alle Spieler bereit sind, sich auf Dialog und Interaktion einzulassen. Kein anderes Spiel bietet ein so großes Übungsfeld für Sprache. (In keinem anderen Spiel kann die Logopädin die Sprache der Kinder besser einschätzen.)

 

Kinder lernen ganz nebenbei

Es verlangt aktives Sprechen und fördert eine gute und variable Ausdrucksweise.

Das Gegenüber soll ja die eigenen Wünsche und Ideen verstehen, um reagieren zu können. Kinder lernen ganz nebenbei und spielerisch auf Fragen spontan und gezielt zu antworten. Aber auch der Small Talk hat Platz im Rollenspiel.

 

Rollenspiele fördern das Sozialverhalten 

Die Mitspieler müssen sich absprechen, sie lernen Kompromisse einzugehen und üben Verhaltensweisen ein. Die Kinder lernen spielend, sich in andere hineinzuversetzen.

 

Rollenspiel macht kreativ

Es müssen Dinge umfunktioniert werden, plötzlich ist der Stuhl Verkaufstheke oder Krankenbett. Ein Kochlöffel wird selbstverständlich zum Mikrofon und mit ihm das Kind zum tollen Sänger. Rollenspiele bieten einen Raum für Phantasie, den das bunteste Spiel am Tablet niemals so bieten kann.

 

Am liebsten spielen Kinder miteinander

Eltern sind nur gefragt, wenn gerade kein Freund zur Verfügung steht. Ihre Aufgabe ist es aber immer, gute Rahmenbedingungen zu schaffen. Sie sollen für Platz und Requisiten sorgen, die sie wahrscheinlich aus ihrem Haushalt bereitstellen müssen.

 

Freuen Sie sich am Rollenspiel Ihrer Kinder. Und gewinnen Sie in der Beobachterrolle so manche Erkenntnis über Ihre eigenen Gewohnheiten und Ihr eigenes Erziehungsverhalten. :-)

 

In diesem Sinne - auf die Plätze - fertig - Doktor sein!

sprechen.spielen – 
eine sinnvolle Ergänzung zur Therapie

Miteinander sprechen zu können und auch verstanden zu werden ist ein wichtiger Teil unseres Miteinanders. Bei Kindern spätestens dann, wenn sie sich von Papa und Mama trennen müssen und einen Vormittag lang im Kindergarten auf sich allein gestellt sind.


Von Ilona Vergeiner


Ist aber das Sprachverständnis, die Artikulation oder die Grammatik stark beeinträchtigt, könnte das betroffene Kind an den Gruppenrand gedrängt werden. In diesem Fall ist eine logopädische Therapie angezeigt. Diese Therapie ist immer kinderorientiert und findet spielerisch statt. Deswegen freuen sich auch die allermeisten Kinder auf den Besuch bei der Logopädin oder dem Logopäden.


Natürlich müssen diese Übungen zuhause vertieft werden. Die meisten meiner Kolleginnen und Kollegen haben für ihre Kinder eine „Übungsmappe“. Meine Sprechspiele sehe ich  als  eine sinnvolle Ergänzung zu den „Hausaufgaben“ der Logopädinnen und Logopäden.


Ich verwende dazu  kein therapeutisches Material, sondern Spiele aus dem  Spielwarenhandel - vieles auch einfach aus dem Kinderzimmer.


In diesem Sinne – auf die Plätze – fertig – sprechen.spielen!

Bilderbücher - die beste Ergänzung 
zu sprechen.spielen

Bilderbücher sind wertvolle Schätze zur Förderung der Sprachentwicklung. Was Sie dabei beachten sollten, lesen Sie hier.

Von Ilona Vergeiner

 

Vorlesen soll in angenehmer Atmosphäre stattfinden. Kinder mögen es, auf den Schoß genommen zu werden oder ganz nah beim Vorleser zu sein. Versuchen Sie spannend zu lesen, lesen Sie nicht zu schnell und lassen Sie ihrem Kind genug Zeit, innezuhalten und nachzufragen. 

 

Fragen Sie mit „Warum?“ und „Wieso?“

Gehen Sie auf die Fragen des Kindes ein. Stellen Sie ihrerseits keine Fragen, die nur mit „Ja“ oder „Nein“ zu beantworten sind. Fragen mit „Warum?“ und „Wieso?“ verlangen eine ausführliche Antwort. Sollte sich beim Vorlesen ein Gespräch entwickeln, haben Sie nicht nur vorgelesen, sondern auch sprachlich gut gefördert.

 

Mehr Bilder und weniger Text

Kleinere Kinder wollen die Geschichte nicht vorgelesen, sondern erzählt bekommen. Sie brauchen mehr Bilder und weniger Text. Stören Sie ihre Kinder niemals, wenn sie die Bilder betrachten. Bringen Sie ihr Kind in Beziehung mit dem Bilderbuch - fragen Sie, was es tun würde oder ob es Lust hätte, das zu tun, was die Kinder im Bilderbuch gerade machen. So kann sich auch beim Vorlesen mit jungen Kindern ein Gespräch entwickeln. 

 

Lesen Sie einfach vor

Machen Sie aber nicht den Fehler, Vorlesen immer als Übung zu sehen. Lesen sie einfach vor. Wenn Sie sich genügend Zeit nehmen, wenn es gemütlich und entspannt ist, wenn Sie ihrem Kind ganz nahe sind - dann machen Sie alles richtig. Aber tun Sie das so oft als möglich.

 

In diesem Sinne - auf die Plätze -  fertig - vorlesen!

Vom Pumuckl lernen

Erinnern Sie sich noch an den Pumuckl mit seinen lustigen Sprüchen? Mit ihm haben wir viel gelacht und gelernt, dass alles was sich reimt gut ist.

 

Von Ilona Vergeiner

Das ist es tatsächlich - der Umgang mit Reimen und Gedichten ist sprechen.spielen vom Feinsten. Kinder lieben Reime. Sie haben einen schönen Klang, sie sind leicht zu erlernen und sie machen großen Spaß.

 

Lust zum Sprechen spielerisch wecken

Bei Reimen und Gedichten rückt das Lernen in den Hintergrund, die Lust zum Sprechen wird ganz nebenbei auf spielerische Art geweckt. Jeder Reim hat einen verlässlichen Rhythmus und einen klaren Aufbau - die nächste Zeile ergibt sich meist von selbst. Durch die gereimte Struktur wissen Kinder wie es weitergeht, gereimte Sätze prägen sich leicht ein. 

 

Reimen macht sicher

Das bringt ohne Mühe Sprachgefühl, Wortschatz und Konzentration. Das macht sicher. Wer viele Reime hört (oder gar selber reimen kann) entwickelt ein Bewusstsein für Silben, für den Anfang und das Ende eines Wortes sowie für die Satzmelodie. Außerdem erwerben Kinder dadurch wichtige Voraussetzungen, um später leicht lesen und leicht schreiben zu lernen.

 

Quatschgedichte fördern sprachliche Kreativität

Kindern gefallen Gedichte und Reime, die absurd und sinnfrei sind. Quatschgedichte sind nicht nur zum Totlachen, sie fördern die sprachliche Kreativität und spielen mit den Bestandteilen der Sprache. Wenn Kinder in der Lage sind selber zu reimen ­- ob sinnvoll oder sinnfrei - dann hat das unseren Beifall verdient.

 

In diesem Sinne - auf die Plätze fertig - reimen!

Spiele aus dem Kinderzimmer

In den Videos stelle ich Ihnen meine Lieblingsspiele vor. Aber es sind nicht die Spiele, die speziell für die Logopädische Therapie entwickelt wurden. 

Von Ilona Vergeiner

Es sind jene Spiele, die man im Spielwarenhandel ums Eck kaufen kann, die man  in einer Bücherei ausleihen könnte oder die schon im Kinderzimmer auf ihren Einsatz warten. Sie sind für wenig Geld zu haben und kommen bei Kindern meist besser an, als die Spiele, die nur für die Korrektur der Sprache und des Sprechens entwickelt worden sind. 


Spiele brauchen Kreativität
Natürlich brauchen normale Spiele ein wenig Kreativität. Deswegen habe ich meine Videos für Sie gemacht. In den Jahren, in denen ich versuchte,  Kindersprache zu verbessern, sind viele solcher Ideen entstanden.

Diese Ideen aber kamen nicht immer von mir. Viele „meiner Kinder“ waren sehr kreativ und haben ihre eigenen Ideen umsetzen wollen. Nicht selten musste ich mir eingestehen „Hoppla, das ist ja viel besser als mein Konzept!“ 


Entwickeln auch Sie Spiel-Ideen!
Nur gut, dass es auf diese Ideen kein Copyright gibt. Ich kann sie getrost weitergeben. Ich bin mir sicher, dass auch Sie beim sprechen.spielen mit ihrem Kind eigene Ideen haben werden. 


Lassen Sie es mich wissen, gerne würde ich sie in einem Video einbauen. 


In diesem Sinne - auf die Plätze - fertig - sprechen.spielen.neu.erfinden!


Was ich in den Videos verwende

Materialien

  • Figuren aus Duplo und Playmobil 
  • Würfel mit 1 - 2 - 3 - Augen
  • Würfel mit farblich passenden Klebepunkten
  • Pappbecher
  • IKEA-Fingerpuppen
  • kleiner Ball

 
 Spiele  

  •  Kinder Memory | Ravensburger
  •  Lottino | Ravensburger
  •  Hier wohne ich! | Ravensburger
  •  Karten aus Kinder Activity | Piatnik 
  • UNO | Mattel
  • UNO MUH | Mattel
  •  Schwarzer Peter | Piatnik
  •  Krocodoc | Hasbro
  •  Blinde Kuh | Ravensburger
  • Flinke Flosse I Ravensburger
  • Balance I Ravensburger
  • Hoppa Galoppa I HABA


 Bücher

  •  Pappbilderbuch „Wörter suchen - Bilder finden“ | Coppenrath Verlag
  •  „Frag mich!“  von Antje Damm | Moritz Verlag


Wie lesen lernen leicht gelingt ...

Lesen lernen muss nicht schwer sein - es kann leicht gelingen, wenn Ihr Kind folgende Fähigkeiten beherrscht.


Von Ilona Vergeiner

 

Ihr Kind sollte:
 

  • Reimwörter erkennen können (Schrank - Bank, Dose - Hose)
  • den Schriftzug bekannter Firmen erkennen
  • Anfangsbuchstaben eines Wortes heraushören können (mit welchem Laut beginnt Rabe)
  • Wortreihen merken können (Baum - Ball - Vogel - Auto)
  • sich kurze Aufträge in der richtigen Reihenfolge merken können (bring mir den roten Buntstift aus der Lade und die Schere auf dem Tisch)
  • Begriffe wie oben unten neben vor hinter rechts links sicher kennen und auch anwenden können
  • Freude am Zeichnen und Anmalen haben
  • seinen Namen in Blockbuchstaben schreiben können
  • Freude am Vorlesen haben

 

Zu einigen dieser Fähigkeiten gibt es Videos in meiner Rubrik „Sprechprofis“. Nehmen Sie sich - und üben Sie - was Ihr Kind braucht.

 

In diesem Sinne - auf die Plätze- fertig - leicht.lesen.lernen!